Gesundheitspolitik im Spannungsfeld – Politischer Frühschoppen im Weingut Kuhn in Klingenmünster

„Die Politik bewegt sich seit einigen Jahren im Spannungsfeld Gesundheit für alle und Kostenexplosion im Gesundheitswesen“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Heinz Schmitt. Dies war zent-rales Thema beim gesundheitspolitischen Frühschoppen am vergangenen Sonntag in Klingenmünster, der von der Arbeitsgemeinschaft der SPD im Gesundheitswesen (ASG Südpfalz) und Heinz Schmitt organisiert wurde. Eingeladen waren Dr. Albrecht Müller, Hausarzt in Klingenmünster sowie Dr. Eckart Lensch, Oberarzt an der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden. In seinem Vortrag beklagte Albrecht Müller den großen Lobbyeinfluss im Gesundheitswesen, wo Eigeninteressen einzelner Lobbygruppen auf Kosten der Interessen der Allgemeinheit durchgesetzt werden. „Früher sprach man von Halbgötter in Weiss, heute sind es Halbgötter in Blau“, so Müller über die Buchhalter. Trotz der Gefahr der fortschreitenden Privatisierungen im Gesundheitssystem betont er: „Deutschland hat immer noch das beste und sozialste Gesundheitssystem der Welt“. Mit Blick auf die zukünftige Gestaltung der Gesundheitspolitik sprechen sich Heinz Schmitt und Dr. Albrecht Müller für die Notwendigkeit der Aufrecht-erhaltung des Solidargedankens und auch für die Einführung einer Bürgerversicherung aus. Dr. Eckart Lensch berichtete aus dem Blickwinkel der Kliniken und ging insbesondere auf die Frage ein: was ändert sich in einem Krankenhaus wenn die Trägerschaft wechselt, privatisiert wird? Aus eigener Erfahrung berichtet Lensch von geringer wer-dender Verwaltungsarbeit als großer Pluspunkt. Der Oberarzt warnt jedoch auch vor der Gefahr der Monopolisierung; „was wir nicht wollen, ist, dass eine oder wenige Kliniken eine markt-beherrschende Stellung einnehmen“, so Dr. Lensch. Auch dürfe es bei der Arbeit von Kliniken, wo der Mensch im Mittelpunkt stehen soll, nicht um Profitstreben gehen. „Wirtschaftlich arbeiten ja – Gewinnerzielung nein“, so Dr. Eckhart Lensch. In der anschließenden Diskussionsrunde zeigten sich viele der zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger und anwesenden Ärzte besorgt um die Versorgungssicherheit auf dem Land. Auch Schmitt und Lensch heben hervor: Es kann nicht sein, dass öffentliche Krankenhäuser junge Menschen ausbilden und die privaten diese dann einfach abwerben. Die Politik der SPD wolle Anreize und gute Rahmenbedingungen für junge Mediziner schaffen, um auch in Zukunft die Hausarztversorgung auf dem Land zu garantieren, so Schmitt.(Isabel Rinck)
